Tour de France kehrt ins Elsass zurück

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Nach einer Abwesenheit von neun Jahren, kehrt die Tour de France 2014 wieder ins elsässische Mulhouse zurück. Der Konvoi des größten Radrennens der Welt, wird nach Tour-Informationen die Region damit gleich zweimal besuchen: Nachdem das Rennen in England gestartet wurde, werden die Fahrer Mulhouse am neunten Tag der Tour erreichen und am zehnten Tag des historischen Rennens, Mulhouse in Richtung "La Planche de Belles Filles" verlassen. Das Elsass gehörte bis 1914 zum festen Tour-Repertoire und wurde danach nur noch unregelmäßig in den Rennkalender aufgenommen.


Erster Härtetest im ElsassUmso mehr freut man sich in der Region auf einen weiteren Besuch. Während die neunte Etappe, die am 13. Juli gestartet wird, mit 166 überwiegend flachen Kilometern von Géradmer nach Mulhouse, noch zu den Einroll-Etappen der Tour de France gehören dürfte, werden die Favoriten am zehnten Tag erstmals gefordert: Auf dem Weg von Mulhouse zur Bergankunft auf dem Planche de Belle Filles, müssen die Fahrer sechs Anstiege überwinden, bevor es zum Showdown am letzten Berg kommt. Dabei gehört die zehnte Etappe zwar nicht zu den ganz schwierigen, aber der Kampf um das gepunktete Bergtrikot dürfte hier spätestens in vollem Gange sein.Es wäre aber auch möglich, dass es im Elsass zum ersten Kräftemessen kommt und sich die diesjährigen Tour-Favoriten das erste Mal zeigen müssen. Im Oberelsass wartet nach dem 722 Meter hohen Col Du Firstplan und dem 1163 Meter hohen Petit Ballon, mit dem 1192 Meter hoch gelegenen Col du Platzerwasel, ein nicht einfach zu fahrender Berg, mit durchschnittlich 8,4% Steigung über 7,1 Kilometer.

Spektakel in Mulhouse und in den Bergen

Für Zuschauer eignet sich besonders der Zielort der neunten Etappe, da es hier zu einem Zielsprint kommen könnte. Vor allem bei den flachen Etappen versuchen die Teams häufig, ihre Sprint-Spezialisten in Position zu bringen. 2014 dürfen sich die Deutschen, vor allem in Vertretung von Marcel Kittel und René Greipel, Hoffnungen auf einen Etappensieg machen. Um einen Ausreißversuch könnte sich der im elsässischen Schiltigheim geborene Thomas Voeckler bewerben, der als Spezialist in dieser Disziplin gilt und ein großes Interesse daran haben dürfte, einen Heimsieg einzufahren.

Wer die Profis aber am Berg erleben möchte, der sollte den Col du Firstplan oder den Col du Platzerwasel für einen Ausflug zur Tour de France auswählen. Hier eignet sich aber nicht nur das Profil für einen Ausreißversuch von Thomas Voeckler, denn am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag, bemühen sich traditionell vor allem die Franzosen um einen Etappensieg. La Planche de Belles Filles dürfte dagegen in Hinsicht auf die Rennentscheidung spannend werden: Nach 161 hügeligen Kilometern, werden sich hier die Fahrer dem Ziel entgegen sehnen. Ganz vorne dabei sein könnte dann auch der Franzose Pierre Roland, der bekanntermaßen eine gute Qualität am Berg vorweisen kann.

Wer auf einen deutschen Ausreißversuch hofft, sollte einen Blick auf Jens Voigt werfen, dem das Profil an beiden Tagen entgegen kommen dürfte.

Drei Etappensieger von Mulhouse beendeten die Tour auf dem ersten Platz

Insgesamt war Mulhouse bereits dreizehnmal das Ziel einer Tour-Etappe. Drei der dortigen Sieger gewannen am Ende auch das Gesamtklassement: Nicolas Frantz 1925 (Luxemburg), Bernard Hinault 1981 (Frankreich) und Laurent Fignon 1992 (Frankreich). Ob das in diesem Jahr auch so kommen wird, ist zwar zu bezweifeln, Spannung versprechen die Etappen aber in jedem Falle.